Treeverse - Irgendwas mit Crypto

NFT-Spiele sind wirklich großartig. Sie erzählen was von Web 3.0, Dezentralität, Tokens und "Play-To-Earn". Bisher ist mir kein Spiel aus diesem Dunstkreis untergekommen, das nicht absolut ominös, unseriös oder schlicht langweilig aussah. Und die wichtigste Frage konnte mir bisher auch noch niemand beantworten; Was unterscheidet ein Web 3.0-NFT-Spiel von allen anderen Spielen? Sie alle laufen über zentrale Server und Käufe werden in einer Datenbank abgelegt und einer ID zugeordnet. Und wenn die Entwickler die Projekte einstellen, sind die NFTs genauso viel wert wie jeder andere DLC den man sich in jedem anderen Spiel kaufen kann.

Es bringt alles keine echten Vorteile. Nur leere Versprechen und offensichtlich irreführende Werbung. Das absolut Absurde an der Sache ist allerdings, wie sehr dieses falsche Marketing verteidigt wird. Und wenn ich bisher alles gesehen habe, aber das "Spiel" Treeverse ist so dreist, dass es meiner Meinung nach betrügerisch anmutet. Schauen wir doch mal rein:

https://www.youtube.com/watch?v=pA31rxn3hYM

Ein Gameplay-Trailer. Sieht doch ok aus, würde man meinen. Sieht tatsächlich nach einem guten Spiel aus. Ein schlichtes Action-RPG. Auf ihrer Website legen sie auch offen, wie das Spiel monetarisiert wird:

Screenshot der Website treeverse.net

Bäume: Man kann Bäume pflanzen, einen Crypto-Preis festlegen und andere Spieler können dann die Früchte des Baums (für temporäre Buffs) kaufen. Na wenn das mal nicht nach Pay-to-Win klingt.

Land: Man kann Land kaufen, darauf bauen und dieses vermieten. Land in einem MMO kaufen ist eines der ältesten Konzepte in dem Genre und es ist immer ein nettes Feature, das aber selten wirklich gut integriert ist.

Anime Avatare: Der absolute Wahnsinn. Man kann sich Anime-Avatare als NFT kaufen. Die absolut gar nichts mit dem Spiel zu tun haben und wieder ganz stereotypisch pseudo random aus verschiedenen Einzelteilen zusammengesetzte Bilder sind.

ALSO. Toll, toll, toll. Ein gutaussehendes Spiel, mit vielen Monetarisierungsformen und Verdienstmöglichkeiten für Spieler. Was kann da noch schiefgehen? Ich bin so interessiert, dass ich mal weiter reinklicke:


(Quelle: https://medium.com/@treeverse/the-next-stage-treeverse-1e9dc0b36f9f)

Huh?! Das sieht ja komplett anders aus.

Und der letzte Artikel auf deren Medium-Account ist vom 7. November 2021. Da wird noch mal groß und breit erklärt, was es alles für tolle Monetarisierungsmöglichkeiten gibt. Beiläufig auch, dass man an Gameplay-Elementen arbeitet. Ist wirklich spannend zu sehen, worauf der Fokus liegt.

Klickt man aber bei Treeverse.net auf die Updates findet man dort Artikel auf Substack. Deren erster Blogartikel auf Substack ist vom 19. Dezember 2021. Darin beschreiben sie, dass sie sich von Mooner Labs zu Endles Clouds umbenannt haben und ein Team von 17 Leuten haben.
Kein Wort davon, dass sie nicht mehr auf Medium veröffentlichen und warum sie auf Substack gewechselt haben. Dann zeigen sie Artworks, Charakteranimationen und Bilder von ihrem Office in Taiwan. Ich bin irritiert. Denn vor einem Monat war das Spiel noch ein 2D Spiel mit rudimentärer Pixelgrafik. Mit keinem Wort erwähnen sie, dass alle über den Haufen geworfen haben. Verwechsle ich da vielleicht was?


(Quelle: www.youtube.com/watch?v=0q2OmxlbS8c)

Auf YouTube findet man einige Videos zum Spiel. In diesem ist auch noch die URL zu sehen. Und das ist eben die treeverse.net URL.

Ok, haben sie vielleicht doch mehr Geld eingenommen als erwartet und dann das ganze Spiel überarbeitet? Mag sein. Aber warum erwähnen sie das mit keinem Wort? Und wie kommt es, dass sie innerhalb von einem Monat ein komplett neues Spiel haben? Es wirkt alles sehr dubios. Und es scheint so, als hätten alle diese Crypto-Spieleentwickler dieses merkwürdige Verhalten gemeinsam.

Meine Vermutung ist, dass beide Versionen mit sehr vielen gekauften Assets und Plugins zusammengestellt wurden und es auch bei diesem Projekt nie darum gehen wird ein gutes Spiel rauszubringen, sondern einfach nur neue Käufer für ihre NFTs (die noch in keinster Weise in ihr Spiel integriert sind, da es scheinbar noch gar nicht existiert/nicht mehr existiert) zu begeistern. Das Spiel ist scheißegal und es würde mich nicht wundern, wenn es nächstes Jahr wieder komplett anders aussieht.

Fantasy Map-Generator

Wenn man mal auf die Schnelle eine Weltkarte braucht, kann man sich mit diesem tollen Tool eine generieren lassen. Es gibt auch umfangreiche Einstellungsmöglichkeiten. So kann man sich zum Beispiel Bevölkerungsdichte, Landesgrenzen, Biome, Flüsse und zahlreiche andere Dinge anzeigen lassen. Alles semi-zufallsgeneriert aber die Ergebnisse sehen sinnvoll aus. Sehr viele Details lassen sich nachträglich ändern und ergänzen. Seien es Staaten, Flüsse oder gar die Temperaturen an den Polen.

Die Ergebnisse lassen sich natürlich auch speichern und exportieren. Man kann sich entweder die Map als Bild speichern, oder aber auch einzelne Elemente im JSON-Format exportieren, um sie ggf. in einem anderen Tool zu benutzen.

Perfekt für das eigene Rollenspiel, als Startpunkt um eine eigene Welt zu kreieren oder wonach einem sonst so der Sinn steht. Es ist kostenfrei, praktisch und umfangreich und lässt sich vielfältig einsetzen.

Azgaar's Fantasy Map Generator

Unreal Engine 5 ist nun verfügbar

Es hat ein paar Monate gedauert, doch nun ist Version 5 der Unreal Engine offiziell erschienen. Neu sind unter anderen "Lumen". Ein Beleuchtungssystem für globale Illumination in Echtzeit. Und mit dazu gibt es "Nanite" eine Art dynamische LOD-System, das automatisch den Detailgrad der Geometrie anpasst und so auch Objekte mit Millionen von Polygonen genutzt werden können, ohne sich groß Sorgen machen zu müssen groß Details oder Performance zu verlieren.

Zudem haben sie das Interface des Editors komplett überarbeitet. Ich finde, dass es nun etwas aufgeräumter und hübscher aussieht. Auch wurden Tools überarbeitet und ergänzt mit denen sich Meshes erstellen und bearbeiten lassen.

Also rundum ein enormes Update, das auch noch viel mehr enthält. Aber das kann man hier auch einfach nachlesen: https://www.unrealengine.com/en-US/blog/unreal-engine-5-is-now-available

Ein neues Monkey Island

Vor rund 6 Jahren fragte Ron Gilbert, ob er die Rechte an Monkey Island und Maniac Mansion zurückkaufen kann:

Dear @Disney, now that you're not making games, please sell me my Monkey Island and Mansion Mansion IP. I'll pay real actual money for them.

https://twitter.com/grumpygamer/status/734843964709175297

Keine Ahnung, ob Disney jemals direkt darauf geantwortet haben. Da die Rechte an diesen Spielen aber bei Lucasfilm liegen, die von Disney gekauft wurden, wusste lange Zeit niemand was aus diesen Spielen wird.

Ganz überraschend kündigte Ron Gilbert, einer der Autoren und Programmierer hinter Maniac Mansion, Monkey Island und Thimbleweed Park, auf seinem Blog ein neues Monkey Island an:

For 18 years the Grumpy Gamer blog has been April Fools' day free because it's a stupid tradition.

So to mix things up a little I'm taking this opportunity to announce I've decided to make another Monkey Island.

https://grumpygamer.com/april_fools_2022

Na klar, kann man ja mal in einem Zweizeiler am ersten April erwähnen.

Aber nun gibt es den offiziellen Trailer. Die Rechte hat er scheinbar zwar nicht zurückgekauft, aber hey, es entsteht ein neues Monkey Island.

https://www.youtube.com/watch?v=sahskKAxSCY

Golden Spike - Eine Modellbahn-Sandbox

Beim Stöbern in diversen Foren bin ich auf ein kleines bzw. eigentlich ein recht großes Spiel gestoßen, dass vor allem Freunde von Modellbahnen Freude bereiten könnte. Das Ganze ist eine große Sandbox, in der man Schienen und Straßen verlegen kann, wie es einem beliebt. Wie groß und komplex das Ganze werden kann, zeigen die Beispielstädte Berlin und Dresden. Die Ziele muss man sich selbst setzen und man hat auch kein Budget, mit dem man planen muss. Man kann einfach drauflosbauen, die Verkehrslinien planen, die Züge gestalten und den Verkehr beobachten.

Momentan gibt es nur wenig dekorative Objekte, um die Strecken auszuschmücken, jedoch ist das Projekt noch recht jung, in der Beta und kostenfrei.

goldenspike.de

https://www.youtube.com/watch?v=vvO8xRTxNPM

PSX FX

Im Moment sind Horrorspiele im PSX-Look stark angesagt. Und ich muss zugeben, dass mich die Nostalgiekeule hier auch sehr anspricht. Allerdings kann ich einfach keine Horrorspiele spielen. Wie auch immer. Auch Itch bin ich über ein Assetpack für die Unreal Engine gestolpert, das wirklich großartig aussieht. Kostet zwar ein paar Euro, aber es gibt auch ein kleines Demospiel dazu, das man sich mal ansehen kann. Wirkt auf mich wie die perfekte Sammlung, um ein Spiel im PSX-Look zu erstellen.

PSXFX ist auf Itch und auf dem UE Marktplatz verfügbar:

Itch.io

https://www.youtube.com/watch?v=GKXXF5FKa5k

Pinout E-Book

Wenn man mit Einplatinenrechnern wie Raspberry Pi, Banana Pi oder Arduino bastelt ist eine Liste mit den Pinbelegungen immer hilfreich. Und nicht jede Pinout-Liste ist besonders übersichtlich gestaltet. Auch wenn es um Anschlüsse und Speicherkarten geht, braucht man manchmal eine kleine Gedächtnisstütze.

Auf pinouts.org findet man ein kostenloses PDF, in dem die Pinouts vieler gängiger Mikrocontroller, Einplatinenrechner und Anschlüsse sehr minimalistisch und übersichtlich aufgeführt sind. Zum schnellen Nachschlagen wirklich praktisch, da man hier das gröbste an einem Fleck hat.

Pinouts.org

Tschüss Audacity

Audacity war immer ein beliebtes Audiotool. Es ist super, um Aufnahmen zu machen, ein paar Filter drüber laufen zu lassen und Audioaufnahmen zu schneiden und konvertieren. Alles schön einfach, simpel, kostenlos und open source. Nun wurde das ganze Ding von einer Firma namens "Muse Group" gekauft und diese hat prompt mit der Datensammelei angefangen.

Die Nutzungsbedingungen wurden ebenfalls kürzlich angepasst. Also keine Sorge, sie wollen unter anderem nur alle Daten, die von etwaigen Behörden gefordert werden, weitergeben und die Daten im Grunde mit allen Teilen, die Interesse daran haben. Auch potentiellen Käufer. Ist absolut absurd und daher sollte man sich einfach direkt von Audacity verabschieden und sich nach Alternativen umsehen. Es gibt zwar bereits Forks, die die Heimtelefonie entfernen, die Frage ist aber wie lang und gut diese gepflegt werden.

https://fosspost.org/audacity-is-now-a-spyware/

of pawns and kings - Kickstarter-Kampagne gestartet

Vor einige Monaten schrieb ich hier ja bereits mal über of pawns and kings. Ein Adventure-Projekt mit einer langen Historie, das einfach fantastisch aussieht. Es sieht einfach rundum liebevoll, detailverliebt und kreativ aus.

Und dem nach zu urteilen, was man in den Videos bereits sehen kann, scheint das Projekt auch schon eine solide Basis zu haben, sodass 50k zur Komplettierung nicht unrealistisch scheinen. Jedenfalls ist die Kampagne nun gestartet und wartet auf Unterstützung.
Viel Erfolg

Tools zum Suchen und Finden von Dateien und Code

Habt ihr eigentlich schon mal eine Datei über die Windows-Suche gesucht? Und gemerkt, wie langsam das meistens ist? Gut, ich dachte mir oft, dass es ja eine riesige Datenbank sein muss und das halt mal ein bisschen dauern kann. Gerade wenn es riesige Datenmengen durchforsten muss, ist das ja ganz normal, dachte ich.

Everything
Everything Screenshot

Aber dann bin ich auf Everything gestoßen. Ein kleines kostenloses Tool, das ich nicht mehr missen möchte. Es ist so schnell, dass ich meinen Augen nicht zu trauen vermochte, als ich es zum ersten Mal ausprobiert habe. Zudem ist es sehr minimalistisch und bieten ein paar kleine Hilfsfunktionen wie Lesenzeichen, die ganz nett sind.

Ist wirklich ein Segen und ich kanns nur jedem empfehlen, der schon mal eine Datei auf dem Computer gesucht hat.

Das Tool gibt es hier: voidtools.com

BareGrep

Wer zusätzlich aber noch mit großen Mengen Code hantiert und darin auch öfter mal was suchen muss, dem kann ich BareGrep bzw. BareGrepPro nur ans Herz legen. Ersteres gibt es in einer kostenfreien Version, hat dann aber einen Splashscreen. Bei BareGrepPro sehen die Restriktionen schon etwas schärfer aus, da es sich nach 5 Minuten automatisch schließt. Aber das ist genug Zeit, um sich das Ganze mal anzusehen.

Der Fokus liegt hier im Finden von Text in Textdateien, wie Code halt. Mit Regex und anderen Hilfsmitteln kann man sich das noch alles anpassen. Nicht nur sind diese Tools verdammt schnell in dem was sie tun, sie sind auch besonders praktisch. Wobei es sich bei kleineren Projekten vielleicht noch nicht so auszahlt, lernt man es sehr zu schätzen, wenn man die Ergebnisse seiner Suche innerhalb einer Sekunde, übersichtlich präsentiert bekommt und direkt reinspringen kann.

Diese Tools findet man hier: baremetalsoft.com

Das deutsche DMCA?

Der Bundestag hat sich nun darauf geeinigt die Urheberrechtsreform durchzuwinken. Das Ding wird allgemein auch als Uploadfilter bezeichnet. Das lässt vermuten, dass Springer und Co gute Lobbyarbeit geleistet haben.

Nun dürfen Nutzer im digitalen Raum nicht mehr als 160 Zeichen, 125 Kilobyte oder 15 Sekunden ungefiltert ins Netz laden. Wahnsinn! Welchen Sinn das ergibt, versteht wahrscheinlich niemand so recht. Zumal das Zitatrecht trotzdem noch gilt, auch im Interwebz. Wie schon immer. Und Zitate dürfen nun mal länger sein und Dateigrößen spielen dabei keine Rolle. Und was gilt denn eigentlich bei einem Video? Das kann 15 Sekunden gehen, ist dann aber größer als 125 Kilobyte. Und die Datei enthält dann auch mehr als 160 Zeichen. Zählen auch Leerzeichen?

Eine angemessene Beteiligung an den Gewinnen, die Digitalanbieter auch mit der Nutzung redaktioneller Inhalte Dritter erzielten, sei ein Knackpunkt für die Zukunft des digitalen Journalismus. 1

Hauptsache die Verleger sind glücklich. Denn denen spülen böse Internetgiganten einfach so Besucher auf die Website. Die werden künftig also geschützt und bekommen noch Geld von Google dafür. Warum Google das macht, verstehe ich auch nicht so recht.

Der Google-Chef für Zentraleuropa, Philipp Justus, kündigte an, mit deutschen Verlagen zusammenarbeiten, um eine Einigung über eine erweiterte Vorschau von Inhalten, die möglicherweise durch das neue Gesetz geschützt seien, zu erzielen. 1

Für mich klingt das alles als würde Verleger versuchen über drei Ecken ein Monopol aufs Zitatrecht zu bekommen. Andererseits klingt dieses Gesetz jetzt schon obsolet und mich würde es nicht wundern, wenn ein Gericht beim ersten Verfahren zum Thema den ganzen Quatsch für nichtig erklärt. Ich hoffe es zumindest.

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) erklärte, mit der Reform werde das Urheberrecht "fit für das digitale Zeitalter" gemacht. "Wir stärken die Rechte der Kreativen, beteiligen die Rechtsinhaber fair an den Erlösen und wahren gleichzeitig die Kommunikations- und Meinungsfreiheit der Nutzerinnen und Nutzer im Internet", erläuterte die Justizministerin. 1

Nee, es wird halt niemand mehr geschützt als vorher. Kreative haben nicht plötzlich mehr Rechte. Es wahrt auch nicht die Rechte zu Kommunikations- und Meinungsfreiheit. Wenn schon „160 Zeichen, 125 Kilobyte und 15 Sekunden“ definiert sind, wird die Freiheit doch darauf beschränkt. Und wenn das Zitat, auf das ich mich beziehen möchte, länger ist? Was dann? Ja, dann gilt doch immer noch das Zitatrecht. Das Schreit danach, dass das ganze System künftig schön missbraucht wird.

Aber danke Frau Christine Lambrecht, jetzt sind wir „fit für das digitale Zeitalter“. Das wir uns damit wieder einen Schritt der digitalen Steinzeit nähern und Europäischen Unternehmen wieder mal ins Abseits schießen, während wir US-Unternehmen, die das Geld dafür haben, wieder mal freiwillig und völlig sinnlos einen akuten Vorteil verschaffen, ja darüber reden wir lieber nicht.


  1. https://www.tagesschau.de/inland/urheberrechtsreform-107.html 

Sony will Spieler mit KI entlasten

Sony hat sich eine KI patentieren lassen, die das Verhalten eines Spielers lernt und für den Spieler bei Bedarf übernehmen kann. Als Beispiel führen Sony hier unter anderem an, dass die KI weitermachen kann, wenn man während eines Multiplayer-Matches mal kurz wegmuss. Oder, dass die KI hilft, wenn man irgendwo hängt.

Die Frage, die ich mir hier stelle, ist, wie das aussehen soll. Eine legitime KI muss ja selbstständig die Regeln der digitalen Welt lernen und anschließend so tun als würde sie sie verstehen. Aber naja, wie sinnvoll die Idee wirklich ist, sei mal dahingestellt. Viel fragwürdiger finde ich, dass man nun schon Patente auf theoretische Konzepte anmelden kann. Das öffnet dem verrückten Patentmarkt wieder Tür und Tor für unsinnige Klagen und wird die Gerichte vermutlich in den nächsten Dekaden noch beschäftigen würden.

MetaHuman Early Access

Epic Games haben jetzt den Early Access für MetaHuman gestartet. Das ist ein Charakter-Generator der Modelle von Menschen erstellt, die unglaublich detailliert und realistisch aussehen. Das Tool erstellt auch Rigs und LODs, sodass die Modelle auch problemlos in Videospielen Verwendung finden können. Die Demonstrationen sehen schon zu gut aus, um wahr zu sein. Aber hey, nun kann man es, mit etwas Glück und Geduld, auch direkt selbst ausprobieren. Den Early Access erhält man leider nicht direkt. Da das alles wohl zu großen Teilen über Server läuft, wird der Zugriff nur begrenzt gewährt.

https://www.youtube.com/watch?v=OeUBATSJSr0

Der Cyberspace gegen Google

Browserhersteller haben seitenübergreifenden Cookies den Kampf angesagt (auch Google selbst). Wenn schon die Seitenbetreiber nicht zur Vernunft kommen, muss man halt zu härteren Mitteln greifen.

Nun, Google will seinen Kunden aber weiterhin vorgaukeln sehr genau zu wissen, wer die Anzeigen sieht und, dass sie sie genau im richtigen Moment und Kontext anzeigen. Meiner Erfahrung nach ist es also immer am effektivsten den potenziellen Kunden Anzeigen für Produkte zu zeigen, die sie gerade gekauft haben. Oder Anzeigen passend zum Thema eines Artikels. Dahinter stecken Terrabytes von analysierten Verhaltensmustern und messerscharfe KI gesteuerte Algorithmen. Kein Unternehmen dieser Erde könnte so gute Anzeigen liefern wie Google. Zumindest glauben das offenbar immer noch viele Kunden, die dort Werbung buchen.

Wie dem auch sei, denn dadurch, dass seitenübergreifende Cookies bald nicht mehr möglich sein werden, müssen neue Lösungen her. Also sie suchen keine Alternative zum bisherigen Geschäftsmodell. Haha, nein. Sie suchen natürlich nach neuen Möglichkeiten User zu identifizieren.

Und dafür haben sie "FLoC" ins Leben gerufen. Das steht für Federated Learning of Cohorts. Einfach gesagt ist das ein digitaler Fingerabdruck. Anhand des Verhaltens des Nutzers, genau genommen anhand der besuchten Seiten, sollten Interessen festgestellt werden und dazu passende Anzeigen geliefert werden (selbstredend soll dabei auch modernste KI-Technologie mit im Spiel sein). Also die gleiche alte Masche. Nur im neuen Gewand und meiner Meinung nach noch aufdringlicher. Die Technik müsste aber direkt in den Browsern implementiert werden, damit es funktioniert.

Zum Glück sind sich viele wichtige Instanzen aus dem Cyberspace einig, dass sie diesen Bullshit nicht implementieren oder unterstützen möchten. Natürlich darf man sich nicht zu früh freuen. Da geht es um viel Geld und Google hat nicht nur viel davon, sondern auch sehr viel Macht am Markt und ihr Browser hat auch mit Abstand den größten Marktanteil. Man weiß auch nicht ob nicht vielleicht doch noch eine Alternative zu gesucht wird, die vielleicht noch viel schlimmer ist.

Warzone gegen Activision-Blizzard

Warzone ist ein Strategiespiel, das im Browser spielbar ist. Es vergleicht sich selbst mit Hasbros Risiko. Also ein strategisches Brettspiel im Browser. Call of Duty: Warzone ist ein Battle Royale Ego-Shooter von Activision-Blizzard. Beide haben gemein, dass sie in einem Kriegsszenario spielen, sonst nichts. Nun scheint es aber ein Markenrechtsproblem zu geben. Und der kleine Entwickler des Browserspiels sieht sich von Activision bedroht und geschädigt.

Der Entwickler, der an dem Spiel schon seit 10 Jahren arbeitet und es 2017 in "Warzone" umbenannt hat, gab bekannt, dass Activision ihn verklagt. Für diese Klage sammelt er nun Geld auf gofundme. In der gofundme-Kampagne beschreibt er, dass er total "schockiert" war, dass eine andere Firma diesen total kreativen und einzigartigen Namen verwendet. Eine kurze Suche bei Google offenbart aber schon, dass das nicht das erste Mal war, das dieser Name für ein Spiel mit Kriegsszenario verwendet wird (das älteste Spiel, das ich finden konnte, ist von 1986. Und darauf folgten viele weitere Spiele mit gleichen Namen). Auch die Tatsache, dass er dadurch Supportanfragen für Call of Duty bekommt und Twitch-Streamer mit 3 Zuschauern sein Spiel als Kategorie verwenden, bereitet ihm scheinbar ernste Schwierigkeiten.

On April 8th, 2021, Activision filed a lawsuit against Warzone.com seeking to remove Warzone.com's rights to the mark Warzone. You can read the full lawsuit here, but frankly, it's absurd. Here's what Activision says in their lawsuit:

"it is inconceivable that any member of the public could confuse the two products"

Das ist ein Auszug aus seinem Text. Ja, es ist sichtlich absurd. Warum sollte ein Unternehmen wie Activision-Blizzard ein Problem mit einem kleinen Browserspiel haben. Das erinnert an die David gegen Goliath-Geschichte bei Mojang damals. Als Bethesda Mojang an den Kragen ging, weil sie ein Kartenspiel namens "Scrolls" veröffentlichten und weil sie der Meinung waren, dass das zu Verwechslungen mit The Elder Scrolls führt.

Aber hier kam mir die Geschichte etwas komisch vor. Während er dabei nicht lügt, verschweigt er aber einige Sachen. Es ist also bestenfalls unehrlich. Er bezeichnet es als "absurd" und zitiert einen Satz aus der Klage, in dem Activision behauptet, dass die beiden Spiele nicht verwechselt werden können, weil es zwei komplett verschiedene Produkte sind. Dem würde ich jetzt auch mal zustimmen.

Die Frage, die man sich hier aber stellen sollte ist, wie es dazu kam. Es waren nämlich nicht Activision die plötzlich und überraschend mit einer Klage um die Ecke kamen. Er versucht es aber so darzustellen. Denn wenn man sich die Klage mal selbst ansieht, werden einige Sachen klar.

Schauen wir doch mal direkt nach dem Satz, den er hier zitiert hat. Denn an dem Zitat selbst sieht man schon, dass es nicht der komplette Satz ist. Und liest man den kompletten Absatz, bekommt man das ganze Bild, das man braucht, um beurteilen zu können, was hier überhaupt los ist:

(Defendant, also der Beklagte, ist der Browserspiel-Entwickler)

Activision’s Call of Duty: Warzone could not be more different from Defendant’s game, a low-budget, niche virtual board game like Hasbro’s Risk where players take turns moving numbers (representing “armies”) across a map of the world. Indeed, it is inconceivable that any member of the public could confuse the two products or believe that they are affiliated with or related to each other. Nevertheless, Defendant has claimed that Activision’s Call of Duty: Warzone infringes Defendant’s alleged trademark rights in the word “Warzone.” Defendant specifically has threatened to seek an injunction preventing Activision from using the word “Warzone,” massive damages for the alleged injury to Defendant’s alleged “brand,” and an order from the U.S. Patent and Trademark Office preventing Activision from registering a trademark in the title of Activision’s popular game.

Der Absatz beginnt damit inwiefern sich beide Spiele unterscheiden. Also ja, die beiden Spiele könnten unterschiedlicher kaum sein. Dann kommt der Satz, den er in seiner gofundme-Kampagne zitiert. Und direkt darauf folgt die wichtige Info, die in der Kampagne gar nicht auftaucht. Warum nur?

"Nevertheless, Defendant has claimed that Activision’s Call of Duty: Warzone infringes Defendant’s alleged trademark rights in the word “Warzone.”"

Er hat also behauptet Activision würde seine Trademark verletzen. Er hat mit einer Unterlassungsklage gedroht, damit sie das Wort "Warzone" nicht mehr verwenden können. Außerdem wollte er Schadensersatz für die Schäden, die diese Verwechslung verursacht und er wollte eine Verfügung erwirken die Activision daran hindern sollte den Namen zu registrieren.

Guckt man sich den ersten Absatz an:

"This is an action for declaratory relief, seeking a declaration that Activision’s use and registration of the word marks WARZONE and CALL OF DUTY WARZONE do not infringe Defendant’s purported trademark rights in the title of its browser-based strategy game “Warzone.”"

"Declaratory Relief" ist eine Feststellungsklage. Das bedeutet, dass Activision hier nun vom Gericht feststellen lassen will, wer in diesem Fall recht hat. Ohne dabei irgendwelche Strafen einzufordern. Es dient vielmehr dazu weitere Eskalationen zu vermeiden und die Sache zu klären, ohne, dass dabei jemand zu Schaden kommt. Kosten fallen da natürlich trotzdem an.

Nun bin ich weder Richter noch Jurist. Aber die ganze Geschichte scheint mir vom Browser-Warzone-Entwickler mit voller Absicht ins falsche Licht gerückt zu werden. Und wie man sieht, zieht das auch ganz gut. Er hat schon über 10.000$ von 600 Personen gesammelt. Mir scheint es, als hätte er da eine gute Gelegenheit gesehen etwas Geld abzuzwacken, bis ihm die Sache um die Ohren geflogen ist. Jetzt versucht er Mitleid zu erregen, um seinen eigenen Arsch zu retten, indem er die Geschichte nicht komplett offenlegt.

Ich freue mich auch immer, wenn man mal gegen große Publisher schießen kann. Aber in dem ganzen Gewusel geht oftmals unter, dass einige Indie-Entwickler nicht viel glorreicher sind, generell jedoch mehr Empathie erfahren. Immer öfter habe ich das Gefühl, dass manche Entwickler das ganz gezielt ausnutzen, wenn es um ihre Crowdfunding-Geschichten geht.

KI generiertes Hintergrundgedudel

Wenn du auf der Suche nach unaufdringlicher Musik bist, die nicht direkt aus der Konserve kommt, dann ist Ecrett Music vielleicht einen Blick wert.

Das Tool generiert Musik mithilfe einer künstlichen Intelligenz. Ob es sich dabei wirklich um eine KI im eigentlichen Sinne handelt, oder einfach nur um einen Algorithmus, der mehr oder weniger zufällig bestimmte Presets zusammenwürfelt, stelle ich jetzt mal nicht infrage. Denn die Ergebnisse können sich durchaus hören lassen.

Man wählt aus verschiedenen Stimmungen und Genres und erhält nach ein paar Sekunden einen fertigen Track, den man auch noch ein wenig anpassen kann. Es lässt sich sogar direkt ein Video reinladen, um sehen zu können, ob das Ergebnis passt.

Die fertigen Werke kann man dann herunterladen und auch in kommerziellen Projekten (Spiele, Youtube-Videos, Podcasts usw.) verwenden, wenn man die 8$ im Monat zahlt.

Der verlorengeglaubte TimeSplitters 2-Port

Homefront: The Revolution kam bei der Allgemeinheit nicht besonders gut an und ist dadurch untergegangen. Damit auch der darin enthaltene Port von TimeSplitters 2, den sich viele Fans schon lang gewünscht haben.

Bisher war nur bekannt, dass man an einem Automaten in Homefront zwei Level des Klassikers spielen konnte. Und es wurden auch die Daten des restlichen Spiels gefunden, jedoch wusste niemand, wie man das komplette Spiel freischaltet. Als jemand auf Twitter aber mal in die Runde fragte, auf welche Easter Eggs Entwickler besonders stolz sind antwortete Matt Phillips, einer der Entwickler, dass sich in Homefront ein kompletter Port befindet. Eine Portierung des Spiels die in 4K spielbar ist und theoretisch sogar coop unterstützt. Er erklärte, dass er den Cheat-Code dafür in einem Notizbuch hatte, dass er einem Freund gegeben hat. Dieser Freund sollte den Code dann irgendwo „leaken“. Das hat er auch getan, wurde dann aber als Lügner bezeichnet und gebannt. Damit ist der Code dann in Vergessenheit geraten.

Nun, das war die Story bis hierhin. Aber dann gab es kurz darauf eine spannende Wendung, mit der niemand gerechnet hat. Lance McDonald, bekannt für das Auseinandernehmen diverser PS4-Spiele, hat sämtliche Codes parat und erklärt dazu auch die Geschichte dahinter. Dabei stellt er fest, dass schon Tage vor ihm jemand den Code gepostet hat, der aber von Twitter versteckt wurde.

Neuralink und das Spiel mit dem Affen

Neuralink forschen an Möglichkeiten Hirnaktivitäten auszuwerten. In diesem Projekt haben sie einem Makake einen Neuralink installiert und demonstrieren zum einen, wie sie das Gerät via Bluetooth verbinden können und wie sie die Daten auswerten.

https://www.youtube.com/watch?v=rsCul1sp4hQ

Dafür werden erst tonnenweise Daten gesammelt, während der Affe das kleine Spiel spielt und Bananenbrei lutscht. Irgendwann haben sie dann genug Daten, um darin die Muster zu erkennen die auftreten, sobald er bestimmte Bewegungen durchführt.

In dem Video sieht man dann den Affen erstmal dabei, wie er das Spiel mit einem Joystick spielt. Später wird dieser abgestöpselt und er bewegt den Stick nur aus Gewohnheit. Ihm ist also (noch) nicht bewusst, dass das auch ohne geht.
Momentan planen sie damit Menschen mit Behinderungen helfen zu können. Natürlich muss man solche Videos immer mit etwas Skepsis begegnen, denn letztendlich ist es ja nur Werbung. Wenn man sich aber andere Projekte in dem Bereich anschaut, scheint es aber gar nicht so unwahrscheinlich zu sein.

Kostenfreie Bildbearbeitung im Browser

Bildbearbeitungssoftware gibt es wie Sand am Meer. Will man aber beispielsweise Photoshop-Dateien bearbeiten, wird es schon etwas enger. Hat man dazu noch keine Lust/Möglichkeit irgendeine Software zu installieren, gibt es so gut wie keine vernünftigen Möglichkeiten. Aber ein ziemlich gutes Tool dafür ist Photopea. Seit 2012 arbeitet Ivan Kutskir schon an diesem Projekt und mittlerweile erfreut es sich recht großer Beliebtheit. Es ist kostenfrei und läuft komplett im Browser.

Diesen fantastischen Screenshot habe ich übrigens auch in Photopea erstellt und bearbeitet.

Photopea unterstützt neben Photoshop mittlerweile auch Illustrator-Dateien und Formate der Affinity-Familie. Also ideal, um kurz Änderungen an bestehenden Bilddateien vorzunehmen.

Es ist es ein recht gutes Bildbearbeitungsprogramm, das sich in der Bedienung an Photoshop orientiert und zahlreiche Funktionen bietet. Für Leute, die gern zeichnen unterstützt es sogar drucksensitive Stifte. Man bekommt also die komplette Packung. Allerdings kann es hier und da etwas fummelig sein. Und die Tatsache, dass es im Browser läuft, ist vielleicht auch nicht jedermanns Sache (die Seite kann man aber auch als App installieren, wenn man möchte).

FotoForensics

Es gibt Momente in denen man ein Bild immer Internet sieht und sich fragt, ob das wirklich echt ist. Manchmal gibt es einfach keine offensichtlichen Anhaltspunkte.

Auf Fotoforensics kann man sehr einfach Bilder überprüfen. Auf der Seite wird der Error Level Analysis-Algorithmus verwendet, um Ungereimtheiten im Bildmaterial hervorzuheben. Sie kann dir nicht sagen, ob ein Bild manipuliert wurde oder nicht. Aber sie kann dabei helfen herauszufinden, ob eine Manipulation stattgefunden hat. Um zu lernen wie man Manipulationen erkennt, empfehle ich die "Challenges" in der Tutorial-Abteilung.